Eine App für alle Maschinen

Die Firma Glaub Solution hat eine Software entwickelt, mit der Roboter leichter als bisher bedient werden können – theoretisch sogar vom Sofa aus.

Die Firma Glaub Solution hat eine App zur Steuerung von Robotern entwickelt.

Foto: Vössing

Es gibt zahlreiche Apps für das Smartphone oder den Tablet-Computer, die den Alltag erleichtern oder amüsanter gestalten. Die Wetter-App, die Wasserwaage-App, die App, die Lieder erkennt, die ihr vorgespielt werden, oder die, die Lieder selbst kreiert, wenn man nur einen Satz ins Smartphone spricht. Zu dieser bunten Auswahl an Anwendungssoftware für den privaten Gebrauch kommt nun eine App, die die Arbeit an Maschinen erleichtern soll. Die Salzgitteraner Firma Glaub Solution hat sie entwickelt und „Eco/Soft” genannt.

Letztlich geht es bei der beruflichen Anwendung um das gleiche wie bei der privaten. Matthias Fleischer, der die App mit entwickelt hat, sagt: „Dem Bediener macht die Arbeit mehr Spaß.” Wie funktioniert es? Bisher werden die meisten Maschinen über ein Bediengerät gesteuert, das recht groß ist. Jede Maschine hat ein solches Gerät – je nach Typ variiert es, und somit müssen sich die Mitarbeiter im Zweifel mit vielen verschiedenen Systemen auskennen.

Demgegenüber steht die App, die über ein I-Pad oder Smartphone bedient werden kann. Fleischer sagt: „Fast jeder hat heute ein Smartphone und kennt sich somit im Umgang damit sehr gut aus. Die Arbeit ist folglich intuitiv.” Dadurch könnten Schulungskosten für Mitarbeiter gespart werden, sagt Fleischer. Ein weiterer Vorteil, so der Entwickler: „Bediengeräte von Industriemaschinen haben teilweise Lieferzeiten von sechs bis acht Wochen.” Ein Tablet-PC kann in jedem Elektronikgeschäft gekauft werden.

Entwickelt wurde die App in Zusammenarbeit mit Bosch-Rexroth für Fertigungsanlagen, an denen Produkte umgeladen werden, wo es um Bewegung geht. Glaub Automation & Engineering hat diesen Geschäftszweig in die neu gegründete Glaub Solution GmbH ausgelagert. Niko Glaub, Geschäftsführer beider Unternehmen, sagt: „Mit der App kann die Programmiersprache übersprungen werden.” Vom Büro bis zur Produktion gebe es eine einheitliche Software. Glaub nennt es das „Büro 4.0”. Die Unternehmensbereiche wachsen zusammen. Fleischer betont: „Damit können Mitarbeiter Probleme am Gerät selbst lösen, ohne einen Spezialisten rufen zu müssen, der sich in der Programmiersprache auskennt.”

Seit drei Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit Apps für das industrielle Umfeld. Glaub sagt: „Wir wollten Geräte so wie wir sie zu Hause benutzen, auch auf der Arbeit bedienen können.” Die Maschinendaten könnten, so Glaub, mobil abgerufen werden. „Selbst im Urlaub kann man sehen, ob eine Maschine kaputt ist – und das Problem gleich angehen.” Wenn es denn gewollt ist.

Die Zukunftsvision des Unternehmens ist, dass Maschinen den Menschen nicht für jeden Schritt brauchen, sondern, dass sie miteinander kommunizieren und sich selbst optimieren. Die Maschine, die freie Kapazitäten hat, könnte sich beispielsweise melden und die Produktion starten.

Doch noch gibt es ein wesentliches Hindernis für die Einführung: Nicht in jeder Fertigung gibt es einen kabellosen Internetanschluss. Der ist für die Benutzung der App aber natürlich unerlässlich.

Von Katharina Vössing

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